Informationen zur invasiven Zackenschote im Raum Jena

Anfang Juni 2017: Die Blüte der Zackenschoten ist zu Ende oder geht zu Ende
Die Pflanzen müssen sofort gemäht werden. Pflanzen, die noch blühen, reifen nicht vollständig aus, doch abgeblühte Pflanzen reifen so weit nach, dass die Samen dann später ausfallen. Pflanzen sollten daher nach dem Schnitt vorsichtig in Säcke getan werden.

Pflanzen, die bereits früh im Jahr gemäht wurden, haben einen kleineren zweiten Blütentrieb. Diese Pflanzen sind in der Entwicklung etwas zurückgeworfen, so dass sie jetzt noch gestochen werden können - die Reste kann man noch problemlos liegen lassen.

Diese reife Pflanzen sollten unschädlich entsorgt werden (Restmüll, Biogas, Verbrennung). Nach unserer Erfahrung mit Erdstoffen werden bei der Kompostierung nicht alle Samen abgetötet. Auch lokal angelegte Kompostmieten können helfen, allerdings darf das Material danach viele Jahre lang nicht weiter verteilt werden, sondern muss gründlich und vollständig verrotten.

Abgeschnittene Pflanzen treiben als Rosette wieder aus. Rosetten können sehr gut gestochen werden. Wir sind dankbar für Hinweise und Erfahrungen mit Herbiziden, deren beste Wirkung in den Monaten Juli bis September erreicht werden soll.

Hier kann ein Faltblatt heruntergeladen werden:
Faltblatt über die Zackenschote (Auflage 2015)

Das Faltblatt ist auch kostenlos im Museum erhältlich und kann für andere Kommunen nachgedruckt werden. Helfen Sie mit, die rasante Ausbreitung dieser Pflanze zu stoppen. Viele Wiesenbiotope stehen auf dem Spiel: Hat die Zackenschote hier einmal Fuß gefasst, nehmen die Bestände bei falscher Behandlung rasch zu und die übrige Wiesen-Vegetation verschwindet. Ackerrandstreifen verarmen, selbst in lichte Wälder dringt die Pflanze vor.

Die wirkungsvollste lokale Bekämpfung liegt im tiefen Ausstechen der Wurzeln. Die Zackenschote sollte ansonsten ca. Anfang Juni gemäht werden, da dann die Samenreife einsetzt.

a) Wird früher gemäht, so treiben die Pflanzen eine zweite Blüte aus.

b) Spätere Mähtermine haben zur Folge, dass eine stetig wachsende Zahl von Samen reif ist und damit die weitere Ausbreitung der Pflanze möglich wird. Je später der Mähtermin liegt, desto höher wird die Samenzahl.

c) Um eine Samenreife sicher zu verhindern, sind zwei Mähgänge im Mai und Juni notwendig.

d) Die Mahd sollte so selektiv wie möglich erfolgen, um die Entwicklung anderer Pflanzen zu erlauben.

Sofern die Pflanzen bereits reifen, empfehlen wir eine lokale Kompostierung auf einem großen Haufen, der in den Folgejahren kontrolliert wird. Beim Transport der Pflanzen muss darauf geachtet werden, dass keine Samenkapseln abfallen. Sinnvoll zum Sammeln sind u.a. große Laubbeutel. Mähwerke müssen gereinigt werden.

Erd- und Bodentransporte: Durch verunreinigte Erdstoffe / Böden / Kompost erfolgt zur Zeit eine Kontaminierung mit Zackenschoten in Jena und im weiteren Umkreis. Dies wird in allen neuen Baugebieten besonders deutlich.

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Foto: Straßenrand in Göschwitz

Das Faltblatt ist kostenlos an der Kasse des Phyletischen Museums erhältlich. Für nähere Informationen zum Management dieser invasiven Art können Sie Dr. Gunnar Brehm kontaktieren.

Zur dauerhaften lokalen Bekämpfung der Zackenschote empfehlen wir spatenähnliche Unkrautstecher zu verwenden (siehe Faltblatt). Diese sind in Jena im Handel bisher nicht erhältlich. Geräte können kurzzeitig im Museum entliehen werden. Eine Bestellung über das Museum ist möglich (Kosten zur Zeit 43 Euro).

Was kann man tun? Jeder der möchte kann beitragen: Tragen Sie die Information weiter, beseitigen Sie selbst insbesondere Pionier- und Einzelpflanzen, helfen Sie beim Erhalt der Thüringer Naturschutzgebiete. In Jena gibt es regelmäßig Arbeitseinsätze gegen Zackenschote, Knöterich und Goldrute.

Landwirtschaft/Straßenböschungen: Bei starkem Befall z.B. an Feldrändern ist u.U. ein Umpflügen sowie regelmäßige Mahd erforderlich. Der Einsatz von Herbiziden (gegen Zweikeimblättrige) kann sinnvoll sein – es empfielt sich aber zunächst ein mehrjähriges richtiges Management (vollständige Mahd und Unterbinden weiterer Samenproduktion).

Sonderaussstellung DUFTSPUREN

Die Sonderausstellung "Duftspuren - die chemische Sprache der Natur" ist bis zum 26.8.2018 zu sehen. Sie entstand in Zusammenarbeit von Phyletischem Museum, dem Sonderforschungsbereich ChemBioSys & der Profillinie LIFE der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Max-Planck-Institut für chemische Ökologie Jena.

Veranstaltungen zur neuen Sonderausstellung